Übersicht älterer Texte, Broschüren und Redebeiträge.

Die braune Straße von Berlin (Broschüre) – Antifa Recherche, 01.12.2011
Wir möchten auf folgende neu erschienene Antifa-Recherche Broschüre zum Berliner Bezirk Treptow-Köpenick hinweisen: „Die braune Straße von Berlin Über die Strukturen von Nazis und Rockern in Schöneweide.

Der kommende Aufstand (Broschüre) – Unsichtbares Komitee, Übersetzt im Frühjar 2010

De Moker (Broschüre) – Auszug aus der „A Corps Perdu“, 2009
Die rebellische Jugend in der holländischen libertären Bewegung der wilden Zwanziger.

Fight Back 04 (Broschüre) – AntifaschistInnen aus Berlin, Juni 2009
Antifa Recherchebroschüre über Neonazistrukturen aus Berlin und Brandenburg. Als PDF zum Download (5,1MB)


ÜbeltäterInnen dieser Welt: Vereinigt euch! (Broschüre) – Mai 2009

Zusammenstellung von Texten über die aktuellen Terrorismusverfahren in Frankreich

Investigate Thor Steinar (Broschüre) – Investigate TS, 2008
Umfangreicher Rechercheoutput zu Symbolik und Hintergründen der neonazistischen Kleidermarke. PDF-Download (1,5MB).

KSP-Jugendinfo (Broschüre) – JAB, AAKW, 2008
Das Jugendinfo der antifaschistischen Kampagne „Keine Schweigenden Provinzen“ u.a. mit Beiträgen zur lokalen Neonaziszene, der NPD bei den Landtagswahlen, Antisexismus und alternativer Jugendkultur. PDF-Download (2,9MB).

Berlin gegen Nazis (Broschüre) – AntifaschistInnen aus Berlin, 2007
Kopierfertiges Antifa-Flugplatt über NPD und Neonazis für PassantInnen und AnwohnerInnen. Geeignet als kurzfristige Reaktion auf öffentliche Auftritte von Neonazis: Kopiervorlage als PDF zum Download (650kB).

KW-Nazistory (Text) – AAKW, Oktober 2007
Zusammenfassung rechter Aktivitäten im Raum Königs Wusterhausen von Beginn der 90′er Jahre bis heute (2007).

Thalheim-Prozess (Redebeitrag) – AAKW, Oktober 2007
Gehalten auf der antifaschistischer Demonstration in Königs Wusterhausen vom 5. Oktober 2007 mit Hintergründinformationen über den damaligen Königs Wusterhausener NPD-Vorsitzenden Michael Thalheim, welcher im August 2007 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Märkischer Hof (Redebeitrag) – AAKW, Oktober 2007
Gehalten auf der antifaschistischer Demonstration in Königs Wusterhausen vom 5. Oktober 2007 über das Lokal „Märkischer Hof“ von dem mehrfach rechtsmotivierte Übergriffe ausgingen.

Kein Naziaufmarsch in KW! (Text) – AAKW, August 2007
Aufruf zu Gegenaktivitäten gegen den Naziaufmarsch in Königs Wusterhausen vom 6. Oktober 2007.

Stop-Thor-Steinar! (Text) – Kampagne gegen TS, August 2007
Schon einmal im Jahre 2004 veröffentlichter Text der Kampagne gegen die neonazistische Textilmarke „Thor Steinar“, aus Zeesen bei Königs Wusterhausen – Aktualisiert!

Fight Back 03 (Broschüre) – AntifaschistInnen aus Berlin, 2006
Antifa Recherchebroschüre über Neonazistrukturen aus Berlin und Brandenburg. Als PDF zum Download (2,9MB).

Das Recht auf Faulheit (Buch) – Paul Lafargue, 1883
In diesem Buch widerlegt Paul Lafargue die Proklamation „Recht auf Arbeit“, dass von den Sozialdemokraten im März 1848 in Frankreich verfasst wurde.














KW-Nazistory
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Browntown KW – Damals wie heute!

Schon seit den neunziger Jahren ist Königs Wusterhausen als Brown Town bekannt und das liegt nicht nur an dem starken Interesse der Neonazis am nahe gelegenen Waldfriedhof von Halbe. Selbstverständlich ist Halbe ein beliebter Treffpunkt für Jung- und Altnazis, doch nicht nur dort versammeln sie sich, sondern auch in Königs Wusterhausen und den umliegenden Dörfern. Königs Wusterhausen hat eine Geschichte, die heutzutage recht unglaubwürdig scheint, wer denkt schon, dass es tatsächlich unaufgeklärte Morde und unzählige versuchte Morde in dieser kleinen Stadt am Rande von Berlin gab.

Natürlich wissen wir, dass es in KW kaum Raum für Migranten und Migrantinnen, Alternative Jugendliche und alle anderen, die nicht ins Weltbild der Neonazis passen gibt, an dem sie sich sicher fühlen können. Doch an Morde denkt da niemensch, oder vielleicht doch? Nach dem Fall der Mauer nutzten die zahlreichen Neonazis in und um Königs Wusterhausen ihre Chance und gründeten den Landesverband Berlin-Brandenburg der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP), und eine Sektion des rassistischen KuKluxKlan, außerdem wohnten Kader verschiedener Neonazi-Organisationen, wie z.B. dem „Internationale Hilfskomitee für nationale politische Verfolgte und deren Angehörige e.V.“ in Königs Wusterhausen und Umgebung.

In den neunziger Jahren ist viel geschehen, was das Image des Browntowns förderte und weiter verbreitete, Naziübergriffe waren an der Tagesordnung, wie zum Beispiel am 25.08 2001, als in Zeesen einer der Unterstützer des besetzten Schlosses mit einer Kleinkaliberhandfeuerwaffe angeschossen wurde oder im Mai 1992, als der aus Nigeria stammende Steve E. schwer misshandelt wurde und nur knapp mit dem Leben davonkam. Mit einer Gruppe von Neonazis schlug Kai Müller unter der Anleitung Carsten Szczepanskis auf Steve E. ein, bis dieser bewusstlos am Boden lag. Im Anschluss hatten sie vor ihn im Schar¬mützelsee zu ertränken, doch dies konnte durch das Eingreifen einer anwesenden, unbeteiligten Person verhindert werden. Szczepanski wurde 1995 wegen Beihilfe zu versuchtem Mord zu 8 Jahren Haft verurteilt, war jedoch schon 1997 wieder auf freiem Fuß und arbeite fortan als „Piato“ mit dem Verfassungsschutz zusammen. Er distanzierte sich jedoch wenig von der Neo-Nazi-Szene, sondern gab das Fanzine „United Skins“ heraus und war in der NPD als Vorstandsmitglied des Landesverbands Berlin-Brandenburg für den Bereich Organisationsleitung aktiv.

Auch im Jahr 1992 sollte ein ehemaliges Ferienlager im Ort Dolgenbrodt bei Königs Wusterhausen zu einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge umgewandelt werden, doch die Dorfbewohner und Dorfbewohnerinnen sträubten sich. Einen Abend vor der Eröffnung brannte der damalige Neonazi Silvio Jankowsky (Mitglied in der Nationalistischen Front) das Gebäude ab. Noch heute stehen die Dorfbewohner und Dorfbewohnerinnen und der damalige Bürgermeister unter dem Verdacht, den Neonazi für seine Tat bezahlt zu haben.

Im November 1992 wurden zwei Jugendliche, Mario S. und Mario H. zwischen Wildau und Königs Wusterhausen tot neben den Gleisen aufgefunden. Zuvor wurden sie schon mehrfach von Neonazis bedroht. Außerdem ermordeten drei Naziskins den 51-jährigen Obdachlosen Rolf Schulze aus Zossen. Sie verschleppten ihn an den Kolpinsee und erschlugen ihn, anschließend übergossen sie ihn mit Benzin und steckten ihn an. Die mutmaßlichen Täter Daniel K. und Thomas S. wurden inhaftiert und der dritte Täter Marco Wenzel stellte sich nach eingehender Fahndung freiwillig.

Ende des Jahres wurde eine kurdische Frau, welche zuvor schon mit rassistischen Parolen aus einem Auto heraus beschimpft wurde in Schulzendorf angefahren. Im Mai 1993 wurde der 25-jährige Jeff, dessen Vater Ägypter ist, auf der Autobahn von Berlin nach Dresden verfolgt und angefahren, als er auf der Raststätte Waldeck bei Königs Wusterhausen anhielt, um den Schaden an seinem Motorrad zu reparieren, wurde er von Daniel K. aus KW überfahren.

1997 wurden in Niederlehme zwei Jugendlich von sechs Naziskins mit Baseballschlägern und Steinen angegriffen, welche Hakenkreuzarmbinden trugen und Geld und Zigaretten forderten. Im selben Jahr wurde ein 21-jähriger Asylbewerber am KWer Bahnhof krankenhausreif geschlagen. Der Höhepunkt des Jahres 1997 war der Mord an dem 60-jährigen August Blotzki. Er wurde in seiner Wohnung von rechtsradikalen Jugendlichen überfallen und ermordet. Während der Tat schrien die Täter und Täterinnen Sven M., Sven W., Jens L., Tamara W. Und Manuel G. „Ausländerschwein“ und „Bulgarensau“.

Im April 1998 wurde eine Gruppe linker Jugendlicher in KW von mehreren Neonazis brutal überfallen und ein Antifaschist wurde für mehrere Stunden bewusstlos geschlagen. Eine Woche später wurden in Eichwalde zwei Schüler von Neonazis angepöbelt und durch einen Schuss aus einer Gaspistole schwer verletzt. Im September 1998 traten und schlugen drei Unbekannte auf einen27-jährigen Mann aus Kamerun ein, die dabeistehenden Taxifahrer sahen nur zu und griffen nicht ein. Ende des Jahres wurde eine 18-jährige vietnamesische Asylbewerberin in der S-Bahn zwischen Zeuthen und Eichwalde sexuell genötigt und musste anschließend ins Krankenhaus.

Am 01.01.2000 wollten Mitglieder der United Skins in KW die Tür der Wohnung eines Antifa-Aktivisten eintreten, nachdem Misslingen des Eindringens warfen sie die Fensterscheiben der Wohnung mit Steinen ein, mit diesen trafen sie eine anwesende Polizistin. Ende des Jahres wurden in Neue Mühle Jugendliche von einer Gruppe Neonazis angegriffen und zusammengeschlagen. In der Nacht vom 13. zum 14. Juli 2001 wurde die Bühne des antirassistischen Festivals „Le monde est á nous“ in KW von zwei Neonazis mit Brandsätzen beworfen. Das selbe geschah zwei Wochen später mit einer Gruppe von Roma in Wildau, die ihr Lager in der Nähe der Autobahn aufgeschlagen hatten. Ende des Jahres wurde ein Schüler der Blindenschule von zwei Neonazis bedroht und dazu gezwungen 20 Liegestütze in einer Pfütze zu machen.

Nachdem sich 1997 der Kreisverband Spreewald der NPD gründete gab es eine Reihe von Reichsgründungs- und Sonnenwendfeiern und anderen nationalen Zeremonien in und um Königs Wusterhausen, die jeweils von 200 und mehr Neonazis besucht wurden. Zeitgleich gab es die Kameradschaft „United Skins“, eine militante Neonazigruppe, die bundesweit aktiv an Konzerten und Demonstrationen teilnahm und lokal für mehrere Angriffe auf Migranten, Migrantinnen und alternative Jugendliche verantwortlich war.

Doch nachdem Szczepanski als V-Mann aufflog und eine der wichtigsten Finanzquellen verloren ging brach ein Großteil der lokalen Strukturen zusammen. Trotzdem kann mensch nicht behaupten, dass es keine rechte Szene mehr in Königs Wusterhausen gibt, gerade jetzt nicht, wo sie sich wieder zusammen finden und neue Strukturen aufbauen. Zum einen durch die Gründung des Ortsverbandes der NPD und zum anderen durch die Gründung neuer Kameradschaften, wie der „Kameradschaft Wotan“ aus Bestensee und den „Freien Kräften KW“.

Zusätzlich wird die Neonaziszene in KW seit 2002 druch die neonazistische Modemarke „Thor Steinar“ supportet, deren Urheber eindeutig rechts orientiert ist.

Noch haben sie nicht wieder gemordet, doch Drohung dieser Art blieben nicht aus. Immerhin wohnen ehemalige Mitglieder der United Skins noch immer in Königs Wusterhausen, wie zum Beispiel Marcel Kindl und Mike Turau, der mit seiner Freundin Debby auf fast allen Naziaufmärschen präsent und auch in Königs Wusterhausen sehr aktiv ist. Doch nicht nur er sorgt für ein nationales Stadtbild, auch andere „Kameraden“ seines Alters kommen, wenn überhaupt nur zu Demonstrationen, über die Grenzen Königs Wusterhausens hinaus, so zum Beispiel der aktive Anti-Antifa-Fotograf Steffen Hundt oder Marcel Siepler. Der Großteil der organisierten Neonazis in Königs Wusterhausen ist meist wegen Körperverletzung vorbestraft oder saß schon im Gefängnis, so z.B. der 17-jährige Patrick Arnold.

Von den momentan organisierten Neonazis gingen im Jahr 2005 höchstwahrscheinlich zwei Übergriffe aus, einer auf einen jungen Punker in Königs Wusterhausen, welcher brutal geschlagen und mit einer abgebrochenen Flasche schwer im Gesicht verletzt wurde und ein anderer auf das Auto eines Polizisten, welcher Mitglied der Spezialeinheit „Tomeg“ (Täterorientierte Maßnahmen gegen extremistische Gewalt) war. Die Neonazis zündeten sein Auto an und zwangen den Polizisten und seine Familie die Stadt zu verlassen.

Der wohl bekannteste Neonazi in Königs Wusterhausen ist der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Michael Thalheim. Er war auch schon aktiv an Übergriffen auf alternative Jugendliche beteiligt, so war er z.B. bei einem Angriff auf den Stadtjugendring dabei, oder Verletzte im Vorfeld des „Heldengedenkens“ in Halbe eine junge Frau am Bahnhof KW mit einem Tritt.

Seit Anfang diesen Jahres kam es mehrfach zu Übergriffen auf meist der linken Szene zugehörige Jugendliche oder Migrantinnen und das Stadtbild wurde mit Naziparolen und durch nächtliche Klebeaktionen der Neonazis noch mehr verschandelt.

Browntown ist also wieder im Kommen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Szene sich erneut so etabliert, dass es keine Schutzräume mehr für Antifaschisten und Antifaschistinnen gibt, doch wir geben nicht auf, sondern drehen den Spieß um!

Better Run Nazi Scum!!

AAKW, Oktober 2007

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Thalheim-Prozess
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Netter Nachbar oder Nazischläger?

Am 11. März 2006 fand das sogenannte Heldengedenken am Waldfriedhof von Halbe statt, welches Jahr für Jahr stark von Jung- und Altnazis frequentiert wird. Um den „heldenhaften Untergang“ der deutschen Wehrmacht in der „Kesselschlacht von Halbe“ zu feiern, kommen mittlerweile zweimal jährlich mehrere tausend AnhängerInnen des brauen Mobs dort zusammen. Halbe ist somit eines der größten Events für die rechte Szene in Deutschland. Zahlreiche Neonazis aus dem gewaltbereiten, militanten Spektrum nehmen an ihm teil.

Dieses Potential unterstreicht ein Vorfall vom Morgen des 11. März 2006:

Als der jetzige NPD-Kreisvorsitzende Michael Thalheim, welcher sich auf dem Weg zur rechten Veranstaltung in Habe befand, auf dem Königs Wusterhausener Bahnhof auf eine 21-jährige Frau eintrat. Sie trug hiervon eine Prellung mit einem fünf Zentimeter großen Hämatom davon. Trotz dessen war die Richterin Marion Haase der Meinung, dass vorsätzliche Körperverletzung hier nicht zur Debatte stand, aber warum?

Angeblich wäre es nicht möglich aufzuklären, wer der Verursacher oder die Verursacherin der angeblich vorhergegangenen Rangelei war. Zur Freude des bekannten Nazianwalts und ehemaligen Viking-Jugend Funkionärs Wolfram Narath, ging der Prozess ohne eine Verurteilung Thalheims, unter Zahlung von lächerlichen 350Euro an die Geschädigte, zu Ende.

Auch wenn der 35-jährige, Michael Thalheim bisher gerichtlich noch nicht in Erscheinung getreten war, so ist Thalheim lokalen AntifaschistInnen schon längst ein Begriff und sie wissen nur zu gut, wie gewaltbereit der angeblich so nette Nachbar ist.

Dass Michael Thalheim ein Neonazi ist, ist allgemein bekannt –

Er stellt sich stolz als NPD-Kreisvorsitzender Königs Wusterhausens dar und hat kein Problem damit, sich bei Auseinandersetzungen mit Linken auf nationalsozialistische Gesten zu beziehen, wie zum Beispiel mit dem „Deutschen Gruß“ oder auch einfach mal ein paar Leute zu schicken, die sich um das „Zeckenpack“ kümmern, wobei er auch gerne selber mitmischt.

So zuletzt geschehen am am 25.5.2007, als Thalheim mit einigen Kameraden erfolglos versucht eine Veranstaltung im Stadt-Jugend-Ring mit Wurfgeschossen anzugreifen. Weiteres konnte durch anwesende AntifaschistInnen verhindert werden.

Wir teilen sie nicht, die Auffassung des Gerichts, dass keinen Vorsatz erkennen möchte, wenn der achso biedere NPD‘ler Michael Thalheim gewalttätig wird!

Nie wieder Deutschland! Nie wieder Faschismus!

AAKW, Oktober 2007

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Märkischer Hof
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Das Lokal „Märkischer Hof“ – kein guter Ort für die jenigen, die sich offen gegen den Braunen Mob bekennen. Vermeindliche AntifaschistInnen wurden in der Vergangenheit mehrmals unter Androhung von Prügel aus dem Lokal geworfen und auch sonst scheinen sich Neonazis im Märkischen Hof und dem angrenzenden Billiardcafe äußerst wohl zu fühlen.

So zog sich ein Mob Neonazis, der am 25.5.07. versuchte, eine Veranstaltung im städtischen Jugendclub „Stadt-Jugend-Ring“ mit Wurfgeschossen anzugreifen, nach dem gescheiterten Angriff in jenes Lokal zurück. So war es auch der Märkische Hof von dem aus eine halbe Stunde später ein weiterer Versuch aus ging, die BesucherInnen des „Stadt-Jugend-Rings“ anzugreifen.

Auch zugegen: Die Kameradschaftler Mike Turau und Steffen Hundt, sowie der NPD-Kreisvorsitzende Michael Thalheim höchstpersönlich! Die Neonazis zogen sich zurück, nachdem sie durch das entschlossene Eingreifen anwesender AntifaschisInnen gestoppt werden konnten. Micheal Thalheim aber ließ es sich hierbei nicht nehmen, noch stolz den „Deutschen Gruß“ zu zeigen .

Schluss mit KW‘er Zuständen!

AAKW, August 2007

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Kein Naziaufmarsch in KW!
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Kein Naziaufmarsch in KW!
Für eine antifaschistische Gegenkultur!

Am 6. Oktober wollen Neonazis in Königs Wusterhausen aufmarschieren. Der am 13. April neu gegründete Ortsverband der NPD und die „Freien Kräfte KW“ rufen unter dem Motto „Jugend braucht Perspektive“ zu einem Aufmarsch für ein „Nationales Jugendzentrum“ auf. Mit dem Aufmarsch möchte die lokale NPD sich erstmals richtig in Szene setzen um in KW eine Verankerung zu erzielen. Schon in den letzten Jahren kam es immer wieder zu einer Vielzahl spontaner Aufmärsche in KW, der jüngste Aufmarsch ist allerdings die erste Großmobilisierung der Nazis seit 2001. Wir werden dies nicht ungestört zulassen und den Nazis einen gebührenden Empfang bereiten!

Nazis machen auf „sozial“

Erwerbslosigkeit mangelnde Angebote für Jugendliche in KW und der Umgebung, sind ein massives Problem. Hier, wie überall, durchzieht die Konkurrenzgesellschaft das Leben aller und manifestiert sich in den Schikanen auf dem Jobcenter, dem Zwang zur Arbeit unter Billiglöhnen oder eben der Kürzung der eigenen Rente. Mit Themen, wie „Drogenkonsum“ und mangelnder Sozialarbeit greift die Neonaziszene die damit verbundenen Ängste der Bevölkerung auf und nutzt diese als fruchtbaren Boden für deren Ideologie. Die Forderung eines Jugendzentrums durch Nazihand bedeutet nicht die Schaffung eines Raums, der offen für jede_n ist, sondern eine Kaderschmiede der radikalen Rechten. Freizeitangebote dienen hier darum nicht der Selbstentfaltung, sondern der Rekrutierung und Heranbildung junger Neonazis. Ein Jugendzentrum von „echten Deutschen“ für „echte Deutsche“. Ein „nationales Jugendzentrum“ bedeutet darum den Ausschluss der Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen. Sozusagen die Volksgemeinschaft im Kleinen.

Was wollen die Nazis uns hier als Alternative zum bestehenden System anbieten? Als „Alternative“ wird uns von rechts ein „an Leistung und Arbeit gekoppeltes Geldumlaufsystem“ auf nationaler Ebene angeboten. Das ist nichts weiter als der dreiste Versuch der Nazis, uns das System der alten Zwänge und Ungerechtigkeiten in neuem Gewand zu verkaufen, da das von ihnen geforderte Leistungssystem in Form kapitalistischer Verwertungslogik den bestehenden Alltag bereits durchdringt. Nazis stellen sich als Alternative zum Kapitalismus dar, sind jedoch lediglich eine der krassesten Zuspitzungen seiner Unterdrückungsformen! „Nationaler Sozialist“ bleibt Nazi auch mit Chucks, Flashtunnels und pseudo-sozialen Phrasen!

Ihr Ziel ist darum nicht die Abschaffung des „Kapitalismus“, sondern lediglich dessen radikale Umsetzung auf nationaler Ebene.

Browntown KW? Nicht mit uns!

Die KWer Naziszene pflegt einen intensiven Kontakt zu Brandenburger und Berliner Neonazis. Unterstützung erfährt der KWer Nazizusammenhang, der wahlweise unter den Namen „Freie Kräfte KW“ oder „Aktionsgruppe KWh“ in Erscheinung tritt z.B. durch Nazis aus Lichtenberg oder dem Berliner Südosten.

Sie zelebrieren einen exzessiven Demotourismus und glänzen weniger durch politische Aktionen als durch ein brutales Vorgehen gegen alternative Jugendliche. Obwohl viele von ihnen vorbestraft sind und mit einem Bein im Knast stehen, so z.B. Mike Turau, prügeln sie weiter und machen Königs Wusterhausen gerade in den Abendstunden zu einem unappetitlichen Pflaster.
Dass Neonazigewalt hier eine Kontinuität hat zeigt sich exemplarisch am Beispiel von Michael Thalheim, dem lokalen NPD-Chef, der am 11. März auf dem Weg zu einem Naziaufmarsch eine 21 jährige Frau in KW trat und verletzte.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen der KWer- und Berliner Naziszene zeigt sich unter anderem auch anhand des Mottos des Aufmarsches. Eindeutig ist hier der Bezug auf die seit 2003 stattfindenden Aufmärsche für ein „nationales Jugendzentrum“ in Treptow/Köpenick. Dass Führungskader der NPD wie Jörg Hähnel (mittlerweile im Ober Havelland aktiv) als Gastredner auf dem Gründungstreffen des Königs Wusterhausener Kreisverbandes der NPD auftreten, untermauert dies.

Negative Bekanntheit erlangte die Region auch durch die neonazistische Textilmarke „Thor Steinar“, welche im nahe gelegen Zeesen vertrieben wird. Der Uhrheber der Marke Axel Kopelke, welcher auch in den rechtsgerichteten Laden „Explosiv“ involviert ist, hat erst im vergangenen Jahr in der Küchenmeisterallee 44 in Neue Mühle eine Immobilie erworben, das ehemalige Hotel „Krimnickidyll“. Ob hier die NPD-Zentrale oder vielleicht sogar ein „nationales Jugendzentrum“ im Entstehen ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

Antifaschistische Kritik muss darum auch praktisch werden: Weg mit Läden und Immobilien der rechten Szene! Nazikadern und ihrem Gefolge das Handwerk legen!

Kapitalismus abschaffen – sonst nix!

Wir haben keine Lust uns auf die Spaltung in „Deutsche“ und „Nichtdeutsche“ einzulassen. Anstatt die eigenen Belange selbst in die Hand zu nehmen wird als Lösung sozialer Probleme die Schuld bei Migrant_Innen gesucht und das Kreuz bei der NPD gemacht. Dies hilft einzig und allein der Funktionstüchtigkeit des kapitalistischen Prinzips „Alle gegen alle“. Eine Lösung sozialer Deklassierung kann darum nicht in der Berufung auf nationale Identitäten gesucht werden, sondern lediglich im Kampf für eine befreite Gesellschaft. Eine Welt, in der der gesellschaftlich erwirtschaftete Reichtum in den Händen aller liegt und in der sich sowohl Art und Weise der Produktion als auch das, was produziert wird, an den Bedürfnissen aller orientiert. Eine Welt frei von Sexismus, Homophobie und rassistischer Diskriminierung! Wir möchten den Zeitpunkt der eigenen Befreiung nicht auf einen fernen Punkt (nach der „Revolution“) vertagen, sondern uns im Hier und Jetzt Möglichkeiten eines annähernd freien Lebens ermöglichen. Die Erkämpfung eines linken Jugendzentrums und die Schaffung alternativer Angebote in den lokalen KWer Clubs, z.B. durch Infoabende, stellen für uns Möglichkeiten dar, solche Räume zu etablieren, die die Vorraussetzung eines gleichberechtigten Umgangs untereinander schaffen. Da wo es zu den Nazis keine Alternative gibt und ihnen kein Widerstand entgegengesetzt wird, überlässt mensch ihnen das Feld. Eine starke linke Jugendkultur ist darum unabdingbar.

Um als Antifaschist_Innen nicht lediglich den Nazis hinterher zu rennen und uns von ihnen die Inhalte unserer Aktionen diktieren zu lassen, werden wir am Vortag des Aufmarsches in KW mit eigenen Inhalten auf die Straße gehen. Für linke Freiräume und gegen den Leistungsterror der Kapitalistischen Warengesellschaft!

Jugendliche brauchen eine Perspektive, allerdings keine die auf Arbeitsfetisch, Volksgemeinschaft und Antisemitismus abzielt.

Darum:
Für eine revolutionäre Perspektive –
emanzipatorisch und antifaschistisch!

UnterstützerInnen des Aufrufs:

AK Antifa Potsdam
Alternative Kiez-Antifa (AKA)
Antifa Bad Freienwalde (AFRW)
Antifa Klein Pankow (AKP)
AntifaAG Hoyerswerda
Antifajugend Premnitz (AJP)
Antifaschistische Aktion Bernau (AAB)
Antifaschistische Aktion Bautzen
Antifaschistische Gruppen Westhavelland
Antifaschistische Initiative Moabit (AIM)
Antifaschistische Initiative Weinrotes Prenzlauer Berg (AIWP)
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)
Autonome Antifa Lichtenberg-Süd (AALS)
Antifaschistische Linke Potsdam (AALP)
Autonome Antifa Prenzlauer Berg (AAPB)
Autonome Antifa Teltow Fläming (AATF)
Autonome Neuköllner Antifa (ANA)
Jugendantifa Berlin (JAB)
Kiez Antifa Potsdam West (KAPW)
LAK Antifa (Linksjugend [’solid] Potsdam)
North East Antifascists (NEA)
Treptower Antifa Gruppe (TAG)
Vereinte Linke Lausitz (VLL)
Zeuthener Antifa Gruppe (ZAG)

AAKW, August 2007

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Stop-Thor-Steinar!
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Wer die Entwicklung der extremen Rechten in Deutschland innerhalb der letzten Jahre beobachtete, konnte den Trend nicht übersehen – immer mehr Neonazis legen den alten martialischen Skinheadlook oder den Braunhemd-Stil beiseite und suchen sich neue, diskretere und modischere Kleidungsstile. Eine der Marken,die am erfolgreichsten innerhalb der deutschen Neonazi-Szene boomt, ist die Marke Thor Steinar aus Königs Wusterhausen (Brandenburg, nahe Berlin).

Diese Marke ermöglicht den Aktivisten der extremen Rechten, sich stilvoll in hochwertiger Qualität zu kleiden, ohne dabei auf völkische Symbolik verzichten zu müssen. Diese ist jedoch so codiert, dass sie nur die Anhänger und Sympathisanten der eigenen Szene entschlüsseln können. Eine Konfrontation mit antifaschistisch gesinnten Menschen wird so umgangen. Die Marke mit der nordisch-germanischen Runensymbolik traf genau den Nerv der Neonazi-Szene und ihres (sub)kulturellen Umfeldes und fand Einzug in die meisten Läden der extremen Rechten und in diverse Neonazi-Versände. Es verging kaum ein Neonazi-Aufmarsch, bei dem die Marke Thor Steinar nicht auffällig präsent war.

Doch Thor Steinar schaffte es, aus der rechten Käuferschicht auszubrechen und unpolitische Bereiche und Käuferschichten zu erschließen. Die Doorbreaker GmbH und die Türbrecher Handels GmbH & Co.KG gestatteten den Verkauf von Thor Steinar in den Sportbekleidungsgeschäften der Kette »Doorbreaker«, welche in großen Einkaufszentren vertreten sind.

Zweideutige Andeutungen

Die Symbolik, der sich Thor Steinar bedient, ist nur Kennern der Neonazi-Szene geläufig. Daher eine kurze Erläuterung: Das alte Logo von Thor Steinar bestand aus einer Kombination von zwei Runen, einer Binderune. Im Fall des alten Thor Steinar-Logos ergaben die beiden übereinander gelegten Runen bei einer leichten Schrägstellung eine Symbolik die das Symbol der »Waffen-SS« erkennen ließ. Runen als altnordisch-germanische Zeichen finden in der Neonazi-Szene häufig Verwendung, da sich die Neonazis durch sie auf ihre vermeintlich nordisch-germanischen Wurzeln besinnen wollen. Sie sind dabei nicht frei von politischer Bedeutung, sondern politisch eindeutig völkisch aufgeladen. Runen wurden in der nationalsozialistischen Symbolik verwendet, um eine germanisch, arische Traditionslinie zu konstruieren. Das alte Logo von Thor Steinar wurde aus der Tyr-Rune (Todesrune) und der Gibor-Rune (Wolfsangel) zusammengesetzt. Im Nationalsozialismus fand sie Verwendung im Abzeichen der Reichsführerschulen und der 32.SS-Division »30.Januar«. Die Wolfsangel fand Bedeutung als völkisches Widerstandssymbol. Sie wurde u.a. von Nazi-Werwolfeinheiten und Sabotagegruppen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges verwendet. Auf einigen Kleidungsstücken von Thor Steinar prangte Werbung für das schwedische Rechtsrock-Projekt »Ultima Thule«. In späteren Sortimenten fanden sich immer wieder T-Shirts mit eindeutig zweideutigen Motiven, welche Rückschlüsse auf politische Intentionen nahelegen. Ein T-Shirt-Motiv lautete »Ski Heil!«, was als Anspielung auf den Nazigruß »Sieg Heil« gelesen werden kann. Manche Thor Steinar-Kleidungsstücke trugen den Aufdruck »Nordmark«,was auch der Name eines Arbeitserziehungslager der SS bei Kiel im Nationalsozialismus war. Diese Art von Beispielen können beliebig fortgeführt werden. Später vertrieb Thor Steinar eine Kapuzenjacke mit dem Titel »No Inquisition«. Das Rückenmotiv dieser Kapuzenjacke ist mit einem Bild versehen, auf dem ein Adler mit seinen Klauen einen »christlichen Fisch« greift. Dieses Motiv hat sich die neonazistische Vereinigung »Die Artgemeinschaft – Germanische Glaubens Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V.« im Januar 2003 durch ihren Vorsitzenden und Rechtsanwalt Jürgen Rieger, beim Deutschen Patent – und Markenamt sichern lassen. Der neonazistische Multi-Funktionär war auch Funktionär der NPD und der inzwischen verbotenen »Wiking-Jugend e.V.«

… kommen an.

Die »Bravo« der Neonazi-Skinheads, das Rechtsrock-Blatt RockNord erklärt in dem Artikel »Kleider machen Leute«: Als neue und noch weitestgehend unbekannte Marke schickt sich »Thor Steinar« ins Rennen um patriotische Käufer […] hinsichtlich spezieller Bedeutung kann man hier sicherlich von »patriotischer Kleidung« mit nordischer Attitüde (1) sprechen. « So ist es nur logisch, dass zahlreiche Neonazi-Versände Thor Steinar im Sortiment haben und Neonazis in Internetforen Thor Steinar als ihre Marke bezeichnen.

Die Personen dahinter

Am 9.Oktober 2002 ließ sich Axel Kopelke aus Königs Wusterhausen (Brandenburg) die Marke Thor Steinar und das dazugehörige alte Runen-Logo international registrieren. Geschäftsführer der MediaTex GmbH (Thor Steinar-Vertrieb) wurden Axel Kopelke und Uwe Meusel. Kopelke wurden von lokalen AntifaschistInnen Verbindungen zur rechten Szene nachgesagt. So wurde er in der Vergangenheit bei völkischen Sonnenwendfeiern, bei einem Liederabend mit dem Neonazi-Barden Franck Rennicke und bei einer NPD-Reichsgründungsfeier im Jahr 2000 in Friedersdorf gesehen. Er verfügte auch über Kontakte zu dem überregional bekannten früheren Neonazi-Kader und Geheimdienst-V-Mann Carsten Szczepanski. Seine geschäftlichen Ambitionen begann Kopelke 1997, als er in den Laden »Explosiv« in der Bahnhofstrasse in Königs Wusterhausen einstieg. Dieser entwickelte sich zu einem Anlaufpunkt der regionalen Jugendszene der extremen Rechten. Als kaum ein Zufall kann hierbei der Umstand angesehen werden, dass in diesem Laden vor allem rechtsstehende Jugendliche ihre Schulpraktika absolvieren

»Es gibt Rechtsextremisten, die der Firma angehören«, er klärte sogar der Brandenburger Verfassungsschutz. Uwe Meusel selbst erklärte auf Anfrage zu seiner eigenen Haltung zum Rechtsextremismus nur: »Ich muss mich hier nirgendwo distanzieren.« Über die Adresse der MediaTex GmbH wurde von Udo Siegmund (Niederlehme/Brandenburg) die Homepage von Thor Steinar angemeldet, so dass ein Online-Handel mit Thor Steinar-Produkten übers Internet abgewickelt werden konnte. Dieser (frühere) Mitarbeiter von Thor Steinar fiel im Zusammenhang mit einem RechtsRock-Konzert in Schweden auf.

Juristische Querelen

Am 17.November 2004 erlebte die Modemarke Thor Steinar ihre vorläufig größte Niederlage. Die Polizei durchsuchte die Geschäftsräume in Zeesen. Es wurden Thor Steinar-Produkte beschlagnahmt und das Lager versiegelt. Die Aktion war nach einer längeren juristischen Auseinandersetzung von der Staatsanwaltschaft Neuruppin angeordnet worden. MediaTex stellte nach Ansicht der Anklagebehörde Produkte mit einem verfassungswidrigen Logo her. Die Brandenburger Justiz hatte im November 2004 die Beschlagnahmung von Kleidung mit dem Runen-Logo Thor Steinar verfügt. Jedem,der zu diesem Zeitpunkt öffentlich Thor Steinar Kleidungsstück trug, drohte ein Strafverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Allein der Firmenname, so die Polizei in einem internen Bericht, sei eine unverhohlene Anspielung auf den ehemaligen SS-General Steiner. Auch in Tschechien wurde die Kleidermarke Thor Steinar verboten, erklärte ein Sprecher der Polizei Pilsen Die tschechische Polizei hatte schon im Sommer in zahlreichen Städten Kleider der Marke beschlagnahmt.

Neuanfang

In Deutschland änderte Thor Steinar in Reaktion auf den juristischen Druck sein Logo um. Frühere Szene-Insider berichtetem dem Antifaschistischen Infoblatt, dass ausgerechnet führende Neonazis aus der Berliner Kameradschafts-Szene von Thor Steinar dafür bezahlt worden sein sollen, das alte Logo von Kleidungsstücken abzutrennen. Doch bereits nach einigen Monaten juristischer Auseinandersetzungen hob das brandenburgische Oberlandesgericht das Verbot des alten »Thor Steinar«-Logos wieder auf. »Das Markenlogo ist nicht verwechselbar mit einem verfassungsfeindlichen Symbol« sagte eine Gerichtssprecherin. Fortan darf das alte Runenlogo der »Thor-Steinar«-Kleidung in Brandenburg wieder getragen werden. Alle diesbezüglichen noch nicht abgeschlossenen Strafverfahren seien hinfällig, so die Gerichtssprecherin. Allein 2005 wurden nach Angaben des Potsdamer Innenministeriums 257 Strafverfahren wegen des Logos eingeleitet. Das Innenministerium musste die »Thor-Steinar«–Delikte wieder aus der Statistik der rechtsextremistischen Kriminalität streichen.


Viel Geld zu holen …

Welchen breiten Absatz die Marke Thor Steinar findet und wie viel Geld die Firmen um Thor Steinar abwerfen ist beängstigend. Die enormen Profitraten belegen u.a. Materialien, die einem Informanten des Antifaschistischen Infoblattes anonym zugespielt wurden. Im Weihnachtsgeschäft Mitte Dezember 2003 konnte die Firma Mediatex GmbH einen Kontostand von etwa 45.000 Euro verzeichnen. Der akkumulierte Umsatz (Haben) betrug für 12 Tage über 95.000 Euro. Dass die hohen Preise für die Thor Steinar-Produkte zu mindestens nicht auf die reinen Materialkosten zurückzuführen waren, zeigten beispielhaft die durchschnittlichen Ausgaben für Material-Importe aus der Türkei. Im Jahr 2005 gab die Mediatex GmbH ihren offiziellen Jahresumsatz mit zwei Millionen Euro an. Ergänzend zum Geschäft im Internet und über Zwischenhändler eröffnete Thor Steinar in Berlin einen eigenen Laden namens »TØNSBERG«. Das Geschäft scheint sich zu lohnen, denn weitere Geschäfte in Rostock und Potsdam folgten.

Vertrieb im Ausland

Bei so viel Gewinn wird natürlich auch in anderen Ländern versucht in das Geschäft mit Thor Steinar-Produkten einzusteigen. Hierbei treten auch mehr oder weniger offen neonazistische Aktivisten auf den Plan. Für Schweden,Norwegen und Dänemark wurden solche Bestrebungen von AntifaschistInnen bereits aufgedeckt und dokumentiert. In der Schweiz trat der langjährige Aktivist der neonazistischen Schweizer Hammerskins Adrian Segessenmann ins Blickfeld der Öffentlichkeit, als er begann über die Website »Thor Steinar – Division Schweiz« ausschließlich Kleider der Marke Thor Steinar aus Brandenburg zu verkaufen.

Fazit

Auch wenn eine antifaschistische Kampagne und das Vorgehen der Justiz der unpolitischen Legende von Thor Steinar ein Ende setzen konnte, ist dies noch lange nicht das Ende eines Einbrechens rechten Lifestyles in die Mitte der Gesellschaft. Im Gegenteil das Geschäft läuft trotz aller Kritik immer besser und Thor Steinar erobert nach wie vor immer mehr öffentlichen Raum. Als erfolgreichsten hat sich in den vergangenen Jahren eine kontinuierliche antifaschistische Aufklärung und Intervention erwiesen,welche mit klaren Fakten dafür sorgen kann, das antifaschistisch gesinnte Menschen genügend aussagekräftige Argumente in der Auseinandersetzung um Thor Steinar zu Hand haben.

Nazikleidung stink!
Weg mit Thor Steinar!

Kampagne gegen TS, August 2007

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